~Nokia macht´s vor~
"Teamgeist, Respekt vor dem Einzelnen, Fairness
und offene Kommunikation sind bei Nokia gelebte Werte."
Diesen Satz habe ich gestern auf der Seite von Nokia Deutschland gelesen, und
zwar unter der Rubrik "Karriere"!
Ich muß sagen: es stimmt! Nokia ist tatsächlich ein sehr sozial engagiertes
Unternehmen, daß sich sehr vorbildlich um seine Angestellten kümmert.
So konnte es Nokia z. B. verhindern, daß sich ihre Mitarbeiter am 2.
Weihnachtsfeiertag zu Tode langweilen, oder der Oma einen der berühmten
Familienbesuche abstatten mußten. Sie gaben ihren Arbeitern lieber die
Möglichkeit, diesen Tag sinnvoll damit zu verbringen, schöne kleine neue
Nokia-Handys zu bauen.
Auch wußte Nokia die Gefahr des "Überschnappens wegen Reichtum" schon im Ansatz
zu ersticken, indem sie den Arbeitern rechtzeitig das sicher viel zu hohe
Weihnachts- und Urlaubsgeld zusammenstrichen.
Und was außerdem nicht überall üblich ist: Nokia richtete sogar eine
Weihnachtsfeier für die Belegschaft aus, wo diese dann über den grünen Klee
gelobt wurde: man dankte für die geleistete Arbeit, zeigte sich stolz über das
Betriebsergebnis und begann, eifrig Pläne für die Zukunft zu schmieden!
Der neuste "Akt der Menschlichkeit" ist jedoch das beste, was Nokia einfallen
konnte:
Um ihren Mitarbeitern mehr Zeit mit ihren Familien zu ermöglichen, wurden die
Pläne der Weihnachtsfeier nun kurzerhand gekippt. Stattdessen wurde beschlossen,
die zeitaufwändige und stressige Produktion in Bochum zu beenden und das Werk zu
schließen.
Ich finde, soviel soziales Engagement der Nokia-Vorstände hat eine Belohnung
verdient!
Also habe ich beschlossen, sie zu entlasten - und zwar von der schweren Last,
immer neue und bessere Handys für mich entwickeln zu lassen! Außerdem müssen sie
sich in Zukunft nicht mehr die komplizierte Arbeit antun, sich Vertriebswege zu
suchen, die mich auch erreichen.
Ich habe beschlossen, diese Bürde der Konkurrenz von Sony, Samsung oder LG
aufzuerlegen. So können sich die Nokia-Vorstandsbosse ihre Millionen
zusammenpacken und sich auf einen sozial gerechten und sorgenfreien Lebensabend
vorbereiten.
Alternativ können sie natürlich auch zur Hölle fahren!
Trotzdem wünsche ich den Arbeitern in Rumänien, daß der von ihnen so erhoffte
Aufschwung einsetzt und sie nicht irgendwann auch so abserviert werden, wie die
Bochumer, wenn Nokia einen "wettbewerbsfähigeren" Standort gefunden hat, und die
EU-Fördergelder zur Neige gehen!

